WER FÄLSCHT ?

Zu Ludendorffs Enthüllungen 

 Vorwort  2002 by Eva Berndt 

 Auf der Grundlage heutiger Antisemitismusforschung habe ich eine Dokumentation vorbereitet, welche auf die Problematik eines gezielten Antijudaismus in der „Alttestamentlichen Wissenschaft“ aufmerksam machen soll. Ich habe daher versucht aufzuzeigen, dass es eines längeren Prozesses bedurfte, um durch Behauptungen bezüglich der hier aufgezeigten Tendenz alttestamentlicher Textkritik zu Spätdatierungen einer

„Weitreichender Falsifikation alttestamentlicher Erzählinhalte

aufzubauen. So stellen sich die Verfasser), wie die synchronen Aussagen aus dem Jahre 1936 von General Erich Ludendorff nachweisen, eindeutig in die Nähe nationalsozialistischer Ideologien. Nach H-P. Müller „schwinde das Vertrauen in die von ihnen bezeugten Geschichtsüberlieferungen.“ Tatsächlich unterstellt er den hebräischen biblischen Text - bei der Darstellung der Jüdischen Geschichte der Bibel - durch „Versuche eines Zurechterzählens des Überlieferten“, als Fälschung dar.

Einblicke in den heutigen Forschungsstand belegen ein Spannungsfeld, welches von „Wissenschaftlicher Theologie über kirchliche Praxis auch unsere Welt“, in der wir leben, nachhaltig beeinflusst. Die darstellenden interdisziplinären Forschungen führen in die Nähe des in mehrfacher Auflage von Friedrich Delitzsch`s „Babel und Bibel“, dessen antisemitische Gesinnung in seinen sämtlichen Drucken erkennbar ist.

Unter dem Einfluss von Friedrich Delitzsch wird auch die heutige „Neu- wie Alttestamentliche Wissenschaft“ unterstellt, über deren literarischem Einfluss hinaus eine „Inkulturation babylonischer Ethik und Sündenvergebung“ weiterhin angenommen wird.

So wird noch heute von den Alttestamentlern, behauptet, dass das Judentum babylonische Literatur als schriftliche Quelle für „eine ganze Reihe biblischer Erzählungen“ aufgesogen und entsprechend für seine Zwecke umgedeutet habe. So stellt sich die Frage nach dem christlich-jüdischen Hintergrund, warum „.. die „Alttestamentliche Wissenschaft“ heute anders dargestellt wird, als noch vor einer Generation“, und warum sie „die biblischen Texte im neuen Licht“ vorstellt

Die Grundlagenforschungen für die Ausführung von Professor Dr. Heinz Peter Müller, Professor Dr. Rudolf Smend und General Erich Ludendorff könnten - nach der 1936 durch General Ludendorff verfassten Hetzschrift

„DAS GROSSE ENTSETZEN * DIE BIBEL NICHT GOTTES WORT

VOM VERZEIHLICHEN BETRUGE“

der gleichen Quellenlage entstammen, da inhaltliche Zusammenhänge weiterhin behauptet werden, obwohl hierzu keinerlei Nachweise erbracht werden können.

Absolute Datierungen der Tempelweihe des II. Tempels“ Die Datierungen der griechischen Bibelübersetzung sind entsprechend der Qumran Chronologie als Fälschungen offen gelegt worden.

*) Eva Berndt Collection LBI *) Anl.1) Spalte 1) 2) 3) 4) Textsynopsen

1) Prof.Dr.H.P.Müller „Der Tod des alten Geschichtsgottes“, 1999

2) Prof.Dr.Rudolf Smend „Bibel Theologie Universität“, 1999

3) General Erich Ludendorff „Das grosse Entsetzen * die Bibel nicht Gottes Wort“, 1936

4) Prof.Dr.Rolf Rendtorff „Auschwitz, Krise der christlichen Theologie“ 1980

(s.o.1)2)

*) Anl.1) Spalte 3)

, wobei der Versuch durch Professor H.P. Müller „Nun eine Entschiedenheit“ beansprucht, „die für die Zukunft von Theologie und kirchlicher Verkündigung von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist“, wie sie fast wörtlich bei Ludendorff 1936 anklingt. Relevant für alle diesbezüglichen Äusserungen ist der Tatbestand, dass das Problem „Offenbarung und Geschichte in der biblischen Theologie“, vor allem aber in der alttestamentlichen Wissenschaft, - nach den Worten Professor Müllers - „eine bisher weithin unbeachtete Schärfe erfahren“ hat, die dem theologischen Denken seine herkömmliche Basis zu entziehen droht.“

So werden von ihm Texte, welche die Vor- und Frühgeschichte Israels betreffen, als „lediglich wunschbestimmte Problemlösungsmuster, die eine als heillos erlebte Spätgeschichte allenfalls noch erträglich machen, indem ihnen zur Beschwichtigung des Theodizee-Problems ein heilhafter Anfang als Prototyp vorgegeben wird“, beschrieben.*) (s.o.S. 1 ff.)

Durch seinen Versuch, die Jüdische Geschichte durch Behauptungen wie „Am Ende könnte das Thema einer historisch-kritischen Erforschung des Alten Testaments künftig nicht mehr die Geschichte des israelischen Volkes sein, sondern allenfalls noch die Mentalitätsgeschichte der Verfasser der alttestamentlichen Erzählungen. *)2)

*) 2) Nils Peter Lemsche, „Die Vorgeschichte Israels“ Biblische Enzyklopädie I, 1996 Stuttgart u.a.,

„Zu erfragen ist aber, ob wir in der Lage sind, ein orientalisch-antikes Vorverständnis von Geschichte, ein „Weltbild“ wie es speziell der Jahweglaube voraussetzte und zugleich schuf, zu übernehmen.“

Dialoge (Babylon und Berlin). Rüdiger Livak´s „Geschichte und Wirkungsgeschichte eines biblischen Motivs“ (S.234 fff.) Assyrien/Babylonien/Ägypten/Palästina) “Die grosse Täuschung“. Delitzsch´s „Kritischen Betrachtungen“ in den alttestamentlichen Berichten über Israels Eindringen in Kanaan, die Gottesoffenbarung vom Sinai und die Wirksamkeit der Propheten“, S.95 ff. waren dann nach seinen 5 bekannten Vorträgen 1920 auch in Berlin erschienen. (im Verständnis der Beurteilung alttestamentlicher Texte) - als Folge seiner historischen Falschzuordnungen: (Lugal-Sagesi Sargon/Naramsin [3750 v.Chr.] /Hammurapi [2250 v.Chr.]) - Prof.Dr.H.P. Müller, 1999 Professor Dr. Rudolf Smend, 1977) siehe Anlage 1) Spalte 1) 2) die Wissenschaft

. Eine Religionsgeschichte Israels in biblisch-theologischer Sicht bringt das alte Gottesbild (Jahwe) ins Wanken.“ „So werden mit Interesse innerbiblische Wirkungsgeschichte und innerbiblische Schriftauslegung über Babel als historische Grösse und als Chiffre auch heute verfolgt.“ *) *) „Babel und Bibel“ Rüdiger Livak, Berliner Theologische Zeitschrift/ 15. Jahrgang 2 / 1998

 

 

Berlin, im November 2005                                                                                Eva Berndt