Israel - ein Fürst Gottes

Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls # 152 (24. Mai 2001 S. 69)

Kontext zu Martin Luthers Schriftauslegung Original und Fälschung

 Vorwort by Eva Berndt

Das Magnificat Textauslassungen (Kurt Aland) Lutherwerke

 

Die Christliche Kirche versteht ihre Existenz als eine Teilhabe an der Erwählung Israels und an der Berufung, die in erster Linie diejenige Israels bleibt, selbst wenn nur ein kleiner Teil Israels sie angenommen hat. Nach dieser Darstellung werden alle alttestamentlichen Zitate im Neuen Testament auf Jesus bezogen und somit unter Einschließung der Völker Familie in die Erwählung und den Schwur Gottes an Abraham und Israel als Grundlage einbezogen. Der Bund Gottes mit seinem Volk Israel wird dahingehend relativiert, indem die Neutestamentliche Erfüllung durch den Neuen Bund für alle Völker geöffnet sei. Die Aufhebung des Gesetzes geschehen durch Glauben an Christus   So beruft sich die Verlautbarung des Vaticans darauf, dass sich „im Neuen Testament wie im Alten zwei unterschiedliche Perspektiven hinsichtlich des von Gott auserwählten Volkes“ finden ließen. So bemerkt die päpstliche Bibelkommission, „man sieht gleichzeitig, dass die Erwählung Israels kein ausschließliches Privileg bedeutet. Sondern das AT kündigt den Anschluß „aller Völker an den Gott Israels an.“

 Pseudo-Luther-Autograph-Dateien

 Durch authentisch überlieferte Alttestamentliche Texte der Vorlesungsverzeichnisse Martin Luthers lässt sich eine Tendenz in seinen Pro-Jüdischen Lehraussagen nachweisen, welche in Nachschriften und Drucken antijüdisch überliefert wurden. Diese anti-jüdisch geprägte Luther Intention lässt sich vor allem durch eine  Fälschung

WLB Stuttgart Lutherbibel 1545 - Pseudo-Luther-Autograph-Dateien

belegen, dass seine Handschrift zu Lebzeit in einer zeitgenössischen Lutherbibel verfälscht überliefert worden ist.

 Stammen die antijüdischen verunglimpfenden „Lutherdrucke“ von Luther selbst ? 

 Die moderne Lutherforschung hat die Bibelübersetzung Martin Luthers stark revidiert und als überholt zurückgewiesen. Die antijüdischen Textvarianten der heutigen revidierten Lutherbibel wird auf zeitgenössische antijüdischen Lutherdrucke zurück geführt und somit - als von Luther stammend - interpretiert, obwohl diese - entgegen der von mir vorgelegten Pro-jüdischen Textvarianten – als Fälschungen unterstellt werden müssen. „Dementsprechend nennt der 1.Petr., der sich an Gläubige mit Herkunft vor allem aus dem Heidentum wendet, diese ein auserwähltes Geschlecht.“116. Und einen heiligen Stamm.117. ebenso wie diejenigen, die aus dem Judentum stammten. Sie waren kein Volk, doch jetzt sind sie ein Volk.“ Zitate aus dem Original Römerbrief mit Vorlesungen über den Römerbrief Martin Luthers belegen Martin Luthers Pro – Jüdische Lehrmeinung, deren Intention sich klar von der Verlautbarung abzugrenzen scheint.  Die anliegende Dokumentation der Eva Berndt Collection - XII. Luther, Martin - soll daher den gravierend veränderten lutherischen Bibeltext seiner Evangelischen Deutschen Original-Bibel aus dem Hebräischen und Griechischen der Biblia Germanica 1545 (1741) im Kontext seiner Lehrmeinung über das Alte und Neue Testament aufzeigen, wobei die Anti- jüdische Textvariante aus „so genanten Vorlesungs-Nachschriften und antijüdischen Lutherducken“ der Walchen Ausgabe 1740 - als Fälschungen nachgewiesen werden.

Die von Martin Luther 1539 autorisierte Wittenberger Lutherausgabe Band I Deutsch, im Zusammenhang seiner bis zu seinem Tode verfassten Vorlesungsverzeichnisse über das Alte Testament den Epistel- und Evangelienauslegungen der 1544 durch Caspar Cruciger - in Wittenberg herausgegebenen Sommerpostille - stellen daher seine echte unwiderrufene klare Lehre über den Gottesbegriff des Alten Testaments und des Neuen Testaments dar und wurden.

 Durch die Revision der Kalenderreform Alkuins unter Karl dem Großen – der den lateinischen Urtext der Bibelübersetzung des Hieronymus für alle historischen Datierungen in seiner Dokumentation (Cod.103) übertrug, war Martin Luther auf Zeitdiskrepanzen der Donatio Constantini, aufmerksam geworden, die er 1537 in Deutsch übersetzt hatte. Martin Luther setzte sich wissenschaftlich mit der  Biblischen Geschichte aus dem Hebräischen,  in der Supputatio Annorum Mundi 1541/ 1545 auseinander und erstellte handschriftliche Aufzeichnungen als Grundlage seiner Tabellarischen Weltchronik.

 Durch Studien in Oxford, Berlin und New York konnte an den Originalen nachweisen, dass in einschlägigen Lutherwerken der modernen Forschung sehr zurückhaltend mit echten pro-jüdischen Texten M.Luthers und seiner Supputaio Annorum Mundi  umgegangen wird,.Die Verheißung Gottes bei Christen und bei Juden stellt sich aus der Genesis Vorlesung Martin Luthers von 1515 bis 1545 in der Deutschen Übersetzung nach Walch 1740  grundsätzlich  als pro-jüdische Intention dar. Die griechische Übersetzung der Hebräischen Quellentexte in der Ausgabe der Septuaginta wird aufgrund meiner Forschungen als Beitrag zur Antisemitismusforschung nicht länger als Grundlage der Christlichen Bibelübersetzung von Martin Luther unterstellt werden können, da die Deutsche Original Lutherbibel aus dem Hebräischen übersetzt wurde. Somit schließt diese Tatsache eine Urheberschaft Luthers an der Entstehung antijüdischer Lutherdrucke aus, da deren Intentionen aus dem Griechischen (Itala = Vetus latina =  Septuaginta/LXX) entstammt. Die Martin Luther unterstellten antijüdischen Lehraussagen

„Von der Beicht, D.Martin Luther Ob die der Papst Macht habe zu gebieten. Anno XXI (1521)

"Darum er ihm auch seinen Namen wandelt, und hieß ihn Israel, (das lautet auf Deutsch: Ein Fürst Gottes, oder Der da Gottes gewaltig sei). Und gab da selbst Ursache und sprach"

 

I.                  Original Luthertext

 

Die von mir hier herangezogenen Schriftstellen stehen in einem direkten Zusammenhang mit Martin Luthers Schriftauslegung und der lutherischen Kirchenreformation.

Bemerkenswert ist, daß diese unverwechselbare Verehrung Martin Luthers im Magnificat für Maria nachweist, daß er sich hier klar zu dem Israelitischen Gottesbegriff geäußert hat und in diesem Zusammenhang das Volk Israel als die wahren Erben der Heiligen Schriften und der Name Israel auf das Judentum bezogen wurde.

Das Magnificat entstand 1521, unmittelbar nach seiner Verurteilung auf dem Wormser Reichstag - auf der Wartburg.

 

Textauslassungen: Die kursiv geschriebenen Zitate sind echte Luthertexte und in der WA Ausgabe übereinstimmend wider gegeben.

·         a) Jenaer Ausgabe (nach Mikrofilm) Band I (Hebräische Universität Jerusalem - Israel)

·         b) Luther Deutsch - Prof. Dr. Kurt Aland

·             Die Werke Martin Luthers  in neuer Auswahl für die Gegenwart

·             Die Schriftauslegung - 1963 Band 5 1963 2.erweiterte und neu bearbeitete Auflage

·             Ehrenfried Klotz Verlag,Stuttgart Vandenhoeck & Ruprecht,Göttingen

1) "Das ward beweiset Gene.32. Da der heilig Patriarch Jacob mit dem Engel rang, und er ihm die Hüft verlähmet, anzuzeigen, dass seine Kinder hinfort sollten nicht von fleischlicher Geburt sich rühmen, wie die Juden tun, daselbst Er auch den Namen überkam, dass er hinfort Israel heißen sollt, als ein Patriarch, der nicht allein Jacob, der leiblichen, sondern auch Israel, der geistlichen Kinder Vater wäre. Dazu stimmt das Wörtlin Israel, das heißt,  Ein Herr Gottes  Das ist gar ein hoher heiliger Name und begreift in sich ein groß Wunder, das ein Mensch durch göttliche Gnade mächtig würde, also, dass Gott tut, was der Mensch will, wie wir sehen, dass durch Christum die Christenheit mit Gott also vereinigt ist, wie eine Braut mit ihrem Bräutigam, dass die Braut Recht und Macht hat zu des Bräutigams Leib und alles was er hat, welches geschieht alles durch den Glauben. Da tut der Mensch, was Gott will und wiederum Gott, was der Mensch will. Also, dass  Israel ein gottförmiger und Gottmächtiger Mensch ist, der in Gott, mit Gott und durch Gott ein Herr ist, alle Ding zu tun und zu vermögen.  Siehe, dass heißt  I S R A E L, denn  S A A R  heißt ein Herr, ein Fürst, E L  heißt  G O T T .   Tu es zusammen, so wird auf Hebräische Weise  I s r a e l  draus.   Ein solch Israel will Gott haben, darum da Jocob mit dem Engel gerungen und gewonnen, sprach er zu ihm:  Du sollst Israel heißen, denn so du mächtig bist mit Gott, so wirst du auch mit den Menschen mächtig sein. Da ist viel zu sagen, denn es ist Israel ein seltsam hoch Mystherium.`"  " Siehe, wie er diese zwei Stücke vereinigt hat. Er macht Abraham den Samen einen natürlichen Sohn von seiner Töchter eine, einer reinen Jungfrauen Marie, durch den heiligen Geist, ohne Manns Werk, da ist die natürliche Geburt und Empfängnis nicht gewesen mit ihrer Vermaledeiung, hat nicht mögen diesen Samen rühren, und ist doch natürlich Samen Abraham, allhier so wahrhaftig, als in allen andern Kindern Abraham."

 Jakob – Israel (S.517/1)  " Dies ist mein Volk" (Martin Luther)

 „Von der Beicht, D.Martin Luther Ob die der Papst Macht habe zu gebieten. Anno XXI (1521)

"ER (Gott) muss für ALLER Gewalt bleiben im Himmel und Hölle und Erden, dass auch Gott selbst drinnen sich ihm zu eigen und gleich gewonnen gibt, wie das figuriert ist, Genesis .31. Da Jakob mit dem Engel rang, und kämpft die Nacht bis an den Morgen, dass die Schrift daselbst sagt, Jakob der sei gegen Gott zu stark gewesen und der Engel habe ihm nichts mögen abbrechen. Darum er ihm auch seinen Namen wandelt, und hieß ihn Israel, (das lautet auf Deutsch: Ein Fürst Gottes, oder Der da Gottes gewaltig sei). Und gab da selbst Ursache und sprach Du sollst hinfort heißen Israel, Gottes Gewaltiger, denn so du gegen Gott bist stark gewesen, wie viel mehr wirst du gegen Menschen mächtig sein.

 Also müssen wir alle Israeliten sein, dass wir Gottes mächtig werden. Das geht nicht anders zu, denn also, Gottes Gericht und unser Gewissen sind große Feinde, Gottes Gericht ist recht, unsere Gewissen ist sündig und sträflich. Wenn die zwei aufeinander stoßen, so geht an der Todeskampf und die Höllenangst, dass ist ein hartes Ringen und ein schweres Streiten, soll das Gewissen da oben liegen und ein Israel werden, so muss es Gott ergreifen, da er zu überwinden ist und gefangen mag werden. Das geschieht bei seiner Zusagung, an welcher das Gewissen so fest und lang muss herhalten , bis das Gericht muss ablassen und die zugesagte Gnade allein da bleibe, da wird denn das Gewissen fröhlich, da ist Gott, was der Mensch selbst will, denn er kann nicht lügen, und wird also mit seiner Wahrheit überwunden, die er gnädiglich zuvor hat versprochen.

 

Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen

 

 (XXIIII. ) Darum folgt auch an demselben Ort, dass der Engel gebenedeite Jakob , und Jakob sprach: Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, davon ist meine Seele erlöst. Was zeigt er damit an, denn das seine Seele ist in großen Nöten und Ängsten gewesen, hat Gottes Gericht gefühlet als wider sich erzürnet, was tat er aber dazu ? Er hatte zuvor eine gnädige Zusagung von Gott, dass er sein Gott sein wollte, und in seinem Samen gebenedeien alle Welt. An der Wahrheit hielt er so fest, ließ ihm Gott nicht anders einbilden, und hätte sich eher in hunderttausend  Stücke reißen, ehe er anders geglaubt hätte, Gott, der ihm die Zusagung gnädig getan hatte, würde halten und wahrhaftig sein. Und damit gewann er auch, und ist genannt ein Mann, der Gott angewonnen hat, das ist Israel, davon Hosea .12.   Er ist in seiner Stärke Gottes mächtig geworden und hat ihm gegen den Engel geschleunigt, und ist obgelegen. Er hat geweinet und gebetet ect.

 

Gott mit Gott überwinden

 

 Also ist er (ge)worden Israel, der Gottes gewaltig isst, und vorhin Jakob gewesen, dass ist ein Untertreter, der aller Sünde obgelegen ist (das ist, ein freier Mensch (ge)worden), der Gottes und der Sünde, Hölle und des Himmels mächtig ist. Also müssen wir auch Gott mit Gott überwinden, und ihn mit ihm selbst dringen, in welchem Kampf unsere Stärke nichts anderes ist, denn seine göttliche Zusagung und Wahrheit, die er selbst nicht leugnen kann noch will. Darum, wer ihn dabei ergreift, der hat ihn und wird ihn halten. Das bekennt auch die Braut, Canticum (Hohe Lied Salomo)..3.da sie ihn lange gesucht und nicht (ge)funden. So bald sie vor dem Wächter vorbeikam, da fand sie ihn und sprach:  Ich hab ihn und will ihn nicht lassen."

 

 Berlin, im November 2005                                      Eva Berndt